Berlin-Spandau: Plan für Siemensstadt 2.0 löst Angst vor Verdrängung aus

Siemensstadt_Siegerentwurf

Steigen durch das neue Stadtviertel die Mieten in der Nachbarschaft?

Nach der Wettbewerbsentscheidung für die Gestaltung der Siemensstadt zu einem Zukunftscampus mischt sich in die Freude über die anstehende Investition die Sorge vor einer Aufwertung der umliegenden Wohngebiete – und einer Verdrängung der alteingesessenen Bewohner durch steigende Mieten.

„Die Entwicklung der Siemensstadt 2.0 sehe ich ausgesprochen positiv“, sagt der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz. Doch gleichzeitig müssten die Bewohner vor Verdrängung geschützt werden. „Darum brauchen die direkt angrenzenden Kieze Siemensstadt und Haselhorst dringend einen Milieuschutz“, so Buchholz. Damit wären die angestammten Mieter vor Luxussanierungen und durch Vorkaufsrechte der öffentlichen Hand abgesichert.  

Ähnlich sehen es Grüne und Linke. „Schon letztes Jahr haben wir im Rahmen eines überparteilichen runden Tisches dafür gesorgt, dass die Siemensstadt unter Milieuschutz gestellt werden soll“, sagt die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger. „Wir rechnen damit, dass das Bezirksamt Spandau bis Ende März die nötigen Untersuchungen abgeschlossen hat und der Milieuschutz erlassen werden kann.“ Die Linken-Abgeordnete Katalin Gennburg fordert entschiedeneres Handeln vom Bezirk.

Im Wettbewerb zur Gestaltung der Siemensstadt zu einem Zukunftscampus hatte eine Jury am Mittwoch den Entwurf des Architekturbüros Ortner + Ortner zum Sieger gekürt. Der Plan sieht den Bau eines neuen Stadtquartiers mit Forschungsstätten, Büros und 2.750 Wohnungen vor. 30 Prozent der Wohnungen sollen mietpreisgebunden sein, also als Sozialwohnungen dienen. Siemens will bis zu 600 Millionen Euro investieren.

Dieser Beitrag enstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung. Eine ausführliche Version finden Sie hier.

Datum: 12. Januar 2020. Text: Ulrich Paul. Bild: Nils Michaelis