Berlin-Dahlem: Wirbel um AlliiertenMuseum

AlliiertenMuseum

Steglitz-Zehlendorfer Bezirksparlament beschließt Verbleib des Hauses in Dahlem.

Das Bezirksamt soll sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, den Beschluss des Wegzugs des AlliiertenMuseums aus Dahlem nach Tempelhof zurückzunehmen. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung kurz vor dem Jahreswechsel auf Initiative mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und AfD beschlossen.

Seit 2012 steht fest, dass die Einrichtung auf den ehemaligen Flughafen Tempelhof umziehen soll. Auf dem ehemaligen Flughafengelände sollte es im Hangar 7 wieder aufgebaut werden. Die Übergabe sollte schon längst erfolgt sein. Die Sanierung in Tempelhof wird jedoch deutlich teurer werden als geplant. „Die beste Lösung für die Steuerzahler und unseren Bezirk wäre es, das Alliiertenmuseum an der Clayallee zu belassen“, heißt es zur Begründung des von der CDU initiierten Antrags.

Standort ohne Zukunft

Die Entscheidung für einen Verbleib des Alliierten-Museums an der Clayallee kam für viele überraschend. „Unser Museum hat hier keine Zukunft mehr“, wird Direktor Jürgen Lillteicher in einer Mitteilung der SPD-Fraktion zitiert. „Die notwendigen Investitionen sind annähernd genauso hoch wie in Tempelhof.“ Gleichzeitig würden maximal ein Fünftel der Besucher erreicht werden im Vergleich zu Tempelhof, wo Synergieeffekte zu erwarten seien.

Die SPD-Fraktion kritisierte den BVV-Beschluss und stellte zugleich dessen Wirksamkeit in Frage. „Angesichts der Trägerstruktur des Museums hat der Bezirk hier gar nicht zu entscheiden“, so Fraktionschef Norbert Buchta. „Die Diskussion ist ein Sturm im Wasserglas.“ Seit 1998 befindet sich das AlliiertenMuseum im ehemaligen US-Soldatenkino „Outpost“. Die Dauerausstellung behandelt die Zeit des Kalten Kriegs aus Sicht der Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich.

Datum: 17. Januar 2020. Text: Redaktion. Bild: AlliiertenMuseum/Chodan