Berlin-Spandau: Wo Kinderzähne am schlechtesten sind

Zahnarztbesuch

Zahnärztlicher Dienst fordert Maßnahmen gegen Karies.

40 Prozent der Sechsjährigen in Spandau haben im Schuljahr 2018/2019 ein kariesfreies gesundes Milchgebiss aufgewiesen. Der Wert ist weit entfernt vom Ziel der Bundeszahnärztekammer, das bei 80 Prozent liegt. Bei den Neunjährigen betrug der Anteil sogar nur 23 Prozent. Das geht aus dem Bericht zur Zahngesundheit hervor, den der Zahnärztliche Dienst (ZÄD) des bezirklichen Gesundheitsamtes dieser Tage veröffentlicht hat.

Beste Werte im Süden

Die Betrachtung nach Bezirksregionen zeigt, dass bei den Sechsjährigen in Kladow/Gatow mit 63,57 Prozent der höchste Wert an gesunden Gebissen festgestellt wurde. In sechs Bezirksregionen (Haselhorst, Wilhelmstadt, Siemensstadt, Heerstraße Nord, Spandau Mitte und Falkenhagener Feld) wurde der bezirksweite Kariesfreiheit-Wert nochmals unterschritten.

Im Bereich Falkenhagener Feld wurde mit 32,22 Prozent der niedrigste Wert an naturgesunden Gebissen ermittelt. In dieser Bezirksregion lag mit 50,20 Prozent auch der höchste Behandlungsbedarf vor. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in allen Bezirksregionen ein deutlicher Behandlungsbedarf besteht“, so der ZÄD. Auch die Befunde de Drei-, Neun- Elf- und Zwölf-Jährigen würden Anlass zur Sorge geben.

Soziale Herkunft wirkt sich aus

„Alle erhobenen Befunde und Werte zeigen, dass im Bezirk Spandau derzeit ein großer Teil der Kinder nicht mundgesund aufwächst“, fasst der ZÄD zusammen. Da der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Gesundheit klar belegt sei, müsse es Aufgabe sein, Maßnahmen zu erarbeiten und weiter voranzutreiben, die es den Kindern möglich macht, (mund-)gesund in Spandau aufzuwachsen.

Den komplette Bericht des ZÄD gibt es hier.

Datum: 17. Januar 2020. Text: Redaktion. Bild: Getty Images Plus/iStock/IL2