Berlin-Kreuzberg: Markthalle Neun für alle

Übergabe von mehr als 5.000 Unterschriften an den Senat.

Für eine „Markthalle Neun für Alle“ im Wrangelkiez kämpft derzeit die Initiative Kiezmarkthalle mit aller Kraft. Am 20. Januar werden Vertreter der Initiative 5.290 Unterschriften an den Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Berliner Senat, Raed Saleh, übergeben. Die Übergabe findet um 12.30 Uhr vor dem Abgeordnetenhaus Berlin an der Niederkirchner Straße 5 statt.

Die Markthalle 9 wurde vor neun Jahren durch den Senat an drei private Betreiber verkauft, die angetreten waren, eine „Halle für alle“ mit Ausrichtung auf die Nachbarschaft zu verwirklichen. „Von diesem Versprechen ist nichts geblieben“, kritisiert die Initiative, und weiter: „Die Betreiber setzen auf Stände mit teuren Delikatessen, hochpreisige Gastronomie, Groß-Events und exklusive geschlossene Veranstaltungen.“ Dagegen droht dem Aldi-Supermarkt das Aus.

Viele Anwohner sind sauer über die Entwicklung in der Markthalle 9, die vor allem als „rabiater Gentrifizierungsmotor“ (Berliner Zeitung) in einem Gebiet massiv steigender Mieten wirkt. In weniger als drei Monaten haben mehr als 5.000 Menschen durch ihre Unterschrift ihre Unterstützung für die folgenden Forderungen bekundet: Der Aldi oder ein Lebensmittelanbieter mit ähnlichem Sortiment und Preisniveau soll in der Markthalle 9 bleiben. Die Markthalle 9 soll zu einem echten Markt mit täglichem Marktangebot entwickelt werden. Exklusive und kostenpflichtige Events sollen nicht in der Markthalle 9 stattfinden. Die Belastung der Anwohner durch kommerzielle Events wie der „Street Food Thursday“ ist umgehend zu reduzieren. „Sollten diese Forderungen durch die aktuellen Markthallen-Betreiber nicht umgesetzt werden, fordern wir einen zukünftigen Betrieb der Markthalle 9 durch einen gemeinwohlorientierten Träger“, sagt Sonia Kleinvogel, Sprecherin der Initiative „Kiezmarkthalle“.

Datum: 19. Januar 2020, Text: red, Bild: Stefan Bartylla