Berlin-Schmargendorf: „Go West“ besser integrieren

Grüne wollen geplanten Wirtschaftsstandort auf Reemtsma-Gelände ökologischer gestalten.

Auf dem Gelände der alten Reemtsma-Zigarettenfabrik in Schmargendorf soll „der Duft der großen weiten Welt einziehen“. So sehen es zumindest die Pläne der „Wohnkompanie“, ein Tochterunternehmen der Zech-Group Bremen, vor, die sie bereits im Jahr 2018 vorgestellt haben.

Vor dem Baustart der modernen Arbeitswelt auf 74.000 Quadtratmetern, fordert die Grünen-Fraktion im Bezirksparlament eine weiträumigere Vernetzung des Areals. Die Gewerbehöfe sollen CO2-arm durch öffentlichen Verkehr sowie Radverkehr erreichbar sein. „Wir wollen die Stellplätze auf dem Gelände begrenzen. Denn wir haben die Verkehrswende im Blick“, erklärt Alexander Kaas Elias, Grünen-Sprecher für Mobilität.

Ökologischer Wert

„Dafür könnten ein abgasfreies, autonom fahrendes Bussystem, das den nahen S- und U-Bahnhof Heidelberger Platz anbindet, sowie Auto- und Fahrradmietsysteme samt Lastenrädern für Kleintransporte etabliert werden.“ Ein ähnliches Bussystem ist seit einiger Zeit in Reinickendorf zwischen dem U-Bahnhof Alt-Tegel und der Greenwich-Promenade am Tegeler See im Einsatz.

Optimale Integration in die Nachbarschaft

Für eine optimale Integration in die Nachbarschaft soll der unter dem Namen „Go West“ geplante Wirtschaftsstandort sich auch architektonisch in den Kiez einfügen sowie die ökologischen Standards erfüllen, etwa durch „Entsiegelung, Baumpflanzung, Begrünung von Dächern und Fassaden sowie den Einsatz ökologischer, klimaneutraler Baustoffe“. „Damit das Quartier für die Anwohner interessant und erlebbar wird, wollen wir dort kulturelle und gastronomische Angebote, die jedoch bestehende Angebote in der Nachbarschaft nicht gefährden“, ergänzt Ansgar Gusy, Sprecher für Baupolitik, die Forderungen. Anwohner sollten deshalb in eine Bürgerbeteiligung einbezogen werden.

Datum: 22. Januar 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: Die Wohnkompanie