Berlin-Prenzlauer Berg: Was passiert, wenn man sich fremd fühlt

Das renommierte Studio „Dock 11“ in der Kastanienallee lockt mit einem spannendem Februar-Programm

Ein spannendes Programm offeriert im Februar der Berliner Tanztempel Dock 11, Kastanienallee 79. Los geht’s am 31. Januar sowie am 1. und 2. Februar mit einer Wiederaufnahme: „Das Neue steht und schweigt“ von und mit Miranda Haejoung Kim Markgraf ist ein Stück über Verluste, in der Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart. Die eigene familiäre Migrationsgeschichte von Korea nach Deutschland einbeziehend, entwickelt Markgraf einen Tanz, welcher der unerträglichen Abwesenheit von Vertrautem zugewendet ist und sich im Prozess der Neufindung bewegt.

Ein Tanz, der leise ausbricht, das zuvor Geordnete zerstört und darüber Rituale entwickelt. Die beinahe schonungslose Musik ist Schrecken und gibt Trost zugleich, vervollständigt das Empfinden der Einsam- und Aufmerksamkeit. Und lebt im Einsamen nicht auch etwas Gemeinsames? Weiter geht’s vom 7. bis 9. Februar mit der Premiere des Solotanzstückes „Petra“ nach dem Fassbinder-Film „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. In der tragischen Liebesgeschichte zwischen einer Modedesignerin und dem titelgebenden Model setzt sich Berit Einemo Frøysland auf tänzerische Weise mit den Gesten und Körperlichkeit der Charaktere in Fassbinders Film auseinander.

Sehr zu empfehlen ist das T.E.N.T. palace mega-mini-festival (20.-23. Februar). Das T.E.N.T.-Künstlerkollektiv lädt zu Performances, Installationen und Live Art Auktionen ein. Versprochen sind vier Premieren-Abende voller sich ineinander verwandelnde und einander überlappende Arbeiten, deren Rotationszentrum im Bedürfnis zu tanzen liegt. Den Monat beschließt vom 29. Februar bis 1. März Irina Demina mit ihrer Tanzperformance „AcT II“, in dem klassisches Ballett auf Folklore, Berghain, Volkstanz, David Lynch, und „Self-unfinished“ trifft.

Datum: 30. Janaur 2020 Text: Redaktion Bild: Franziska Strauss