Berlin: Preis zu Ehren Hatun Sürücüs vergeben

Drei Berliner Projekte, die sich mit Selbstbestimmung auseinandersetzen, wurden ausgezeichnet. 

Bereits zum achten Mal wurden in der vergangenen Woche drei Berliner Projekte und Initiativen durch die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet. „Mit dem ’Frauenpreis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen’ rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für Mädchen und junge Frauen engagieren“, heißt es seitens der Fraktion. Gleichzeitig werde mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 in Tempelhof von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte, erinnert.

Die Preisträger

Den ersten Preis und damit ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro gab es für den Mädchenstadtteilladen ReachIna von Outreach. Seit der Eröffnung des Stadtteilladens am Frauentag 2000 begleiten drei Mitarbeiter von ReachIna mit viel Engagement und Ideenreichtum die Neuköllner Mädchen und Frauen sowie jugendliche Transgender von zehn bis 18 Jahren. Bei offenen sport-, sexualpädagogischen sowie bildungspädagogischen Angeboten stehen die Bedürfnisse der Besucher an erster Stelle.

Den zweiten Preis und damit 300 Euro sicherte sich der Verein „Die Freiheit, die ich meine – Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“. Durch seine Angebote ermutigt das Projekt Mädchen und Frauen, sich bewusst mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Neben zahlreichen Workshopreihen für Schülerinnen bietet das Projekt auch Fortbildungen für Kiezmütter sowie für pädagogisches Fachpersonal an. Pädagogische Spiele und Materialien zum Thema Islamismusprävention werden entwickelt und bereitgestellt, um zwanglose Diskussionen zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Religiösität und Radikalisierung anzustoßen.

Den dritten Preis verbunden mit einer Spende über 200 Euro gab es für Hania Hakiel und ihren Verein „Give something back to Berlin“. Hania Hakiel engagiert sich seit vier Jahren im Rahmen des gemeinnützigen Vereins „Give something back to Berlin“ für marginalisierte Geflüchtete, insbesondere Frauen und Kinder. In dem von ihr geleiteten Projekt „Komorebi“ bietet sie Kurse zu Bewegung, Entspannung und Kunst an und unterstützt die Familien durch individuelle psychotherapeutische Angebote. Durch die Ausrichtung der Angebote auf die Bedürfnisse der Teilnehmer werden die Frauen und Kinder gestärkt und auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützt. 

Datum: 5. Februar 2020, Text: red, Bild: imago images/Jürgen Ritter