Berlin-Charlottenburg: Große Pläne für die Gedächtniskirche

Sanierung startet, Weltladen muss das Gotteshaus Ende des Jahres verlassen.

In diesem Jahr sollen die seit vielen Jahren geplanten Sanierungsarbeiten an der Gedächtniskirche endlich in die Tat umgesetzt werden. Bereits im Sommer soll dadurch ein barrierefreier Zugang zum Podium möglich werden. Das zeigt ein von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf Anfrage der FDP-Abgeordneten Sibylle Meister vorgelegter Zeitplan für die Sanierungsvorhaben an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Im Herbst steht demnach die Sanierung des Glockenturms an sowie die Umgestaltung des Verkaufsraumes im Erdgeschoss.

Kritik an spontanem Umzug

Letztere sorgten nun für Kritik. Denn durch die Arbeiten an der Turmfassade muss der seit 42 Jahren dort beheimatete Weltladen weichen. Die Betreiber, die vorrangig fair gehandelte Produkte verkaufen, hätten laut „Berliner Morgenpost“ zwar bereits seit 2018 von einem geplanten Umzug gewusst. Sie wussten aber bislang nicht, wann es soweit sein soll und sind obendrein davon ausgegangen, nach den Arbeiten wieder dorthin zurückziehen zu können. Doch nun gibt es neue Pläne für die Räumlichkeiten im Turm. Unter anderem sollen dort Ausstellungen und ein Museums-Café untergebracht werden. Der Weltladen zieht erst einmal in einen Ersatzraum im Foyer, den die Betreiber bis Ende des Jahres nutzen können.

Unklare Zukunft

Wie es danach weitergeht, ist unklar. „Weitere Sanierungsarbeiten an den Gebäuden – diese betreffen auch das Foyergebäude der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche – sowie die bauliche Weiterentwicklung des Gesamtensembles der Kirche als Nationales Denkmal, erlauben nur diese einjährige Übergangszeit“, erklärt Juliane Kaelberlah vom Evangelischen Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf. Und sie ergänzt: „Die Interimszeit im Foyergebäude ermöglicht dem Weltladen allerdings eine gezielte Suche nach neuen Räumlichkeiten in der City West mit aktiver Hilfe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisgemeinde. Um den Fairen Handel zu unterstützen, hat sie dem Weltladen die Räumlichkeiten im neuen Glockenturm stets kostenlos zur Verfügung gestellt. Der kurzfristige Umzug sei durch Bauabläufe notwendig geworden. Momentan werde alles vorbereitet, damit „der Weltladen so rasch wie möglich seinen Ersatzraum beziehen und dort weiter für seine Kunden erreichbar sein kann“, sagt Kaelberlah.

Langfristige Pläne

Die Arbeiten im Foyergebäude sind derzeit für den Sommer 2022 in Planung. Bereits vorher sollen die Gebäudetechnik und Heizungen saniert sowie die Beleuchtung modernisiert werden. Im Foyer soll ab 2022 Platz für eine Info- und Seelsorgestelle geschaffen werden. Ein Restaurant könnte das Angebot ergänzen und für eine erhöhte Verweilqualität sorgen, heißt es seitens der Senatsverwaltung. Die Sanierung der Gedächtniskirche samt Fassade soll knapp 36 Millionen Euro kosten. 16 Millionen davon kommen vom Bund, wie der Evangelische Kirchenkreis im November bekannt gegeben hat.

Der Senat sucht außerdem „nach weiteren Möglichkeiten, auf welche Weise das neue Projekt gefördert werden kann“. Die Sanierung soll bis 2025 dauern. 

Datum: 14. Februar 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: iStock /Getty Images Plus/Eskemar